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Historische Kuppelbeleuchtung trifft moderne LED-Technologie im BCC Berlin

09.06.2026

Knapp 650 Leuchten, denkmalgeschützter Bestand, höchste Echtzeitanforderungen: Gemeinsam mit GDS und der PIK GmbH modernisiert VisionTwo die historische Lichtinstallation des BCC Berlin Congress Center mit zentraler DriveHub-Architektur, IPM Multi-Channel-Control und projektspezifischen Sonderlösungen bei laufendem Veranstaltungsbetrieb.

 

Wer im Kuppelsaal des BCC Berlin Congress Center nach oben blickt, sieht ein präzise komponiertes Zusammenspiel aus Deckenleuchten, Wandleuchten, Chasern und warmen Dimmverläufen. Dieses Lichtbild gehört seit Jahrzehnten zur Identität des Hauses. Genau diese Wirkung sollte erhalten bleiben – das technische Fundament dahinter jedoch musste grundlegend erneuert werden.

Die bestehende Halogenanlage war sichtbar gealtert, energetisch nicht mehr zeitgemäß und im Betrieb zunehmend wartungsintensiv geworden. Gleichzeitig ließ der denkmalgeschützte Bestand keine einfache Standardlösung zu: Die neue Anlage musste die gewohnte Lichtwirkung reproduzieren, präzise und weich dimmen, den Fade-to-Warm-Charakter der Halogeninstallation erhalten und die bestehende Kuppelshow exakt abbilden.

Gemeinsam mit dem britischen Hersteller GDS begleitete VisionTwo das Projekt als deutscher Vertriebs- und Projektpartner. Die Umsetzung und Integration vor Ort übernahm die PIK GmbH. Entstanden ist eine Modernisierung, die den Charakter des Raumes bewahrt und die technische Infrastruktur dahinter vollständig neu aufstellt.

Knapp 650 Leuchten in drei Wochen ausgetauscht

Das BCC Berlin Congress Center entstand zwischen 1961 und 1964 nach Entwürfen des Architekten Hermann Henselmann als Teil des Ensembles rund um das „Haus des Lehrers“. Heute steht der Gebäudekomplex unter Denkmalschutz und zählt zu den markantesten Veranstaltungsorten der Hauptstadt. Neben zahlreichen weiteren Veranstaltungsräumen bildet der Kuppelsaal das Herzstück des Hauses – architektonisch eigenständig, wandelbar nutzbar und stark durch seine historische Lichtinstallation geprägt.

Die Dimension der Modernisierung war entsprechend groß: Ausgetauscht wurde die Deckenbeleuchtung mit ca. 600 Leuchten innerhalb der Kuppel. Hinzu kamen 34 umlaufende Wandleuchten mit jeweils zwei dahinterliegenden Leuchten sowie weitere 13 Leuchten auf der Bühne. Die ursprüngliche Halogenlösung arbeitete mit 205 Watt pro Deckenleuchte und verursachte entsprechend hohe Energie- und Wartungskosten.

Gleichzeitig durfte der Veranstaltungsbetrieb des Hauses nicht beeinträchtigt werden. Für die Integration der neuen Anlage blieben lediglich drei Wochen. Eine Unterbrechung des Betriebs oder gar der Ausfall einer Veranstaltung musste zwingend vermieden werden.

Wenn Licht und Architektur verschmelzen

Im Kuppelsaal übernimmt Licht weit mehr als eine funktionale Aufgabe. Die als „Sterne“ bezeichneten Deckenleuchten, die umlaufenden, als „Planeten“ bekannten Wandleuchten hinter Diffusoren sowie die Beleuchtung im Bühnenbereich bilden gemeinsam eine szenische Fläche, die maßgeblich zur Wahrnehmung des Raumes beiträgt.

Ziel war deshalb nicht, die Architektur lichttechnisch neu zu interpretieren, sondern ihre charakteristische Wirkung in eine zeitgemäße LED-Infrastruktur zu überführen. Die neue Lösung musste heller, effizienter, wartungsfreundlicher und besser steuerbar sein.

Die Auswahl der richtigen Systemarchitektur

Vor der Entscheidung für die neue Lösung stand ein umfangreicher Auswahlprozess.

„Im BCC ging es nicht um einen einfachen Produktwechsel, sondern um die Frage, wie sich die charakteristische Lichtwirkung des Kuppelsaals in eine moderne LED-Infrastruktur überführen lässt – inklusive warmer Dimmverläufe, exakter Chaser-Sequenzen und hoher Wartungsfreundlichkeit in einem denkmalgeschützten Bestand“, erklärt Anke Schierenbeck, Leitung Projektgeschäft bei VisionTwo.

Gemeinsam entwickelten VisionTwo, GDS und die PIK GmbH eine konsequent auf die Anforderungen des Hauses zugeschnittene Lösung. Gerade im Umgang mit Bestand, Denkmalschutz und vorhandener Infrastruktur erwies sich diese Herangehensweise als entscheidend.

GDS DriveHub holt die Treibertechnik aus der Kuppel

Eine der zentralen Fragen des Projekts lautete: Wohin mit der Treiberelektronik? In klassischen LED-Installationen müssen Treiber in der Regel in der Nähe der LED Leuchte installiert werden. Im Kuppelsaal des BCC wäre das langfristig problematisch gewesen: Die Zwischendecke ist schwer zugänglich, räumlich stark eingeschränkt, ohne Stehhöhe und thermisch anspruchsvoll. Wartung oder Austausch elektronischer Komponenten hätten dort dauerhaft einen enormen Aufwand verursacht.

Die Lösung fand Anke Schierenbeck in der zentralen GDS DriveHub-Architektur. Sie verlagert wartungskritische Systemkomponenten aus den schwer zugänglichen Bereichen der Kuppel an besser erreichbare Stellen und schafft damit einen zentralen Zugriff auf die Treibertechnik. Automatisierte Statusmeldungen, Energiemonitoring und deutlich vereinfachte Serviceprozesse verbessern den langfristigen Betrieb der Anlage erheblich.

LED-Technik mit Halogencharakter

Die sichtbarste Anforderung des Projekts war zugleich die sensibelste: Die modernisierte Beleuchtung durfte nicht „neu“ aussehen. Die bestehende Halogenanlage erzeugte beim Dimmen eine warme, weiche Charakteristik, die die Atmosphäre des Kuppelsaals wesentlich prägt. Eine kühlere, in der Farbtemperatur konstant bleibende, LED mit linearem oder sogar unruhigen dimmverhalten hätte die Veränderung sofort sichtbar gemacht.

In der Kuppel kamen daher 598 GDS Puppis 2K Fade-to-Warm-Leuchten zum Einsatz. Beim Herunterdimmen verschieben sie ihre Lichtfarbe gezielt in wärmere Bereiche und verhalten sich damit wie klassische Halogenleuchtmittel. Zugleich erfüllen sie die hohen Anforderungen an Lichtqualität, Dimmbarkeit und Farbwiedergabe, die sich aus Nutzung, Architektur und Denkmalschutz des Hauses ergaben.

Besonders anspruchsvoll war in diesem Zusammenhang die bestehende Kuppelchaser-Show. Sie arbeitet mit schnellen Bewegungen ebenso wie mit langsamen Übergängen und weichen Fades. Die neue Anlage musste daher dynamisch reagieren und zugleich kontrolliert, sauber und reproduzierbar dimmen.

Bestandsverkabelung als Teil der Lösung

Nicht alle Bereiche des Hauses wurden vollständig neu verkabelt. Während die Verkabelung innerhalb der Kuppel erneuert wurde, mussten die bestehenden Stromschienen und E27-Fassungen in den umlaufenden Wandleuchten bewusst erhalten bleiben. Gemeinsam mit GDS entwickelte VisionTwo hierfür eine Lösung auf Basis von GDS Puppis 1K-Leuchten mit E27-Sockel, die sich in die vorhandene Infrastruktur integrieren ließen.

Echtzeitfähigkeit für die Kuppelshow

Technisch vereint die neue Anlage mehrere Steuerungswelten. Die GDS Puppis 2K Fade-to-Warm-Deckenleuchten in der Kuppel arbeiten mit Constant-Current-Technologie, die Wandleuchten mit GDS IPM Multi-Channel-Control und die im Bühnenbereich installierten GDS Sirius-Leuchten mit IPM2. Darüber hinaus erfolgt die Gesamtsteuerung über DMX.

Trotz dieser unterschiedlichen Treibertechnologien muss das System im Betrieb wie eine einzige, synchrone Lichtfläche reagieren. Über 650 einzelansteuerbare LED-Leuchten müssen in Echtzeit arbeiten – ohne sichtbare Verzögerungen, ohne abweichendes Dimmverhalten und ohne Bruch zwischen Kuppel, Wandleuchten und Bühnenbereich.

„Die besondere Herausforderung bestand darin, trotz unterschiedlicher Treibertechnologien ein vollständig synchrones Echtzeitverhalten über die gesamte Beleuchtungsfläche hinweg sicherzustellen“, erklärt Sigurd Hösl-Taube von der PIK GmbH. „Gerade in der Kuppel wären Abweichungen in Reaktionszeit oder Dimmverhalten sofort sichtbar geworden.“

Die bestehende Lichtinszenierung sollte nicht neu interpretiert, sondern exakt rekonstruiert werden – inklusive aller Übergänge, Bewegungen und Chaser-Sequenzen. Für die ausführende PIK GmbH kam hinzu, dass die Integration innerhalb eines engen Zeitfensters erfolgen musste.

„Der Kunde forderte eine exakte Dimmbarkeit der Leuchten, weil die Kuppelshow nach der Erneuerung 1:1 wieder funktionieren musste. Für die Integration der rund 650 Leuchten blieben uns nur drei Wochen Zeit, denn es durfte auf keinen Fall eine Show ausfallen“, so Hösl-Taube.

Sonderlösungen in der Umsetzung

Viele Bereiche der Installation ließen sich nicht mit klassischen Standardkomponenten umsetzen. Unterschiedliche Einbausituationen, bestehende Diffusoren und die schwierigen räumlichen Bedingungen innerhalb der Zwischendecke machten projektspezifische Lösungen erforderlich. Die PIK GmbH entwickelte dafür individuelle Metallkonstruktionen und Halterungen.

Auch die Wandleuchten erforderten einige Anpassungen. Gemeinsam mit GDS optimierte VisionTwo in umfangreichen Bemusterungen das Abstrahlverhalten so, dass die charakteristische Wirkung der ursprünglichen Halogenlösung erhalten blieb. Darüber hinaus wurden die Leuchten staub- und lichtdicht in die Zwischendecke integriert, um Wartungs- und Reinigungsaufwand in den schwer zugänglichen Bereichen langfristig zu minimieren.

Nachhaltigkeit, Kontrolle und Sicherheit

Neben der eigentlichen Saalbeleuchtung umfasst die neue Lösung auch sicherheitsrelevante Funktionen. Mit dem GDS BOB-E wurde ein für den europäischen Markt zertifizierter Treiber für Sicherheitsbeleuchtung integriert, der an die bestehende Notstrominfrastruktur angebunden werden kann.

Durch die zentrale DriveHub-Architektur befinden sich wesentliche Systemkomponenten heute an deutlich besser zugänglichen Positionen außerhalb der Kuppel. Das reduziert Wartungsaufwand, vereinfacht Diagnoseprozesse und verbessert die langfristige Betriebssicherheit der Anlage. Hinzu kommen automatisierte Statusinformationen und eine Datengrundlage für das Energiemanagement.

Auch energetisch fällt der Unterschied deutlich aus: Mit der Modernisierung reduzierte sich der Energiebedarf gegenüber der bisherigen Halogenanlage um bis zu 80 Prozent bei einer höheren Beleuchtungsstärke. Für das BCC bedeutet die neue Lichtlösung damit nicht nur eine gestalterisch sensible Modernisierung, sondern auch einen wichtigen Schritt in Richtung effizienterer und nachhaltigerer Gebäudetechnik.

Vertraute Raumwirkung auf neuer technischer Basis

Für VisionTwo und PIK bestand die Herausforderung nicht darin, einzelne Produkte zu platzieren, sondern aus sehr unterschiedlichen Anforderungen eine belastbare Gesamtlösung zu entwickeln: denkmalgeschützte Architektur, bestehende Infrastruktur, komplexe Ansteuerung, höchste Anforderungen an Echtzeitfähigkeit und Dimmbarkeit sowie ein Lichtbild, das für Betreiber und Besucher untrennbar mit dem Raum verbunden ist.

Gemeinsam mit GDS und der PIK GmbH entstand so eine Systemarchitektur, die technische Modernisierung und architektonische Kontinuität verbindet. Die Kuppelchaser-Show läuft unverändert weiter, die Dimmung bleibt warm und kontrolliert, Wartung und Energiemanagement wurden deutlich verbessert und der Energiebedarf erheblich reduziert.

Damit wurde aus einer hochkomplexen Modernisierung im Bestand eine Lösung, die technische, gestalterische und betriebliche Anforderungen gleichermaßen erfüllt. Der Kuppelsaal wirkt weiterhin vertraut, die technische Basis ist zukunftssicher.

Drohnenflug durch den Kuppelsaal des bcc Berlin